Die Formel erklärt
Die Formel berechnet das Volumen der Fugen pro Quadratmeter und multipliziert es mit der Dichte des Mörtels. (A + B) ÷ (A × B) ist die Fugenlänge pro Fläche: Je kleiner die Fliese, desto größer der Wert.
Die Fugentiefe entspricht meist der Fliesendicke minus Kleberbett – bei Wandfliesen etwa 6–8 mm, bei Feinsteinzeug 8–10 mm. Die Dichte steht im Datenblatt; zementäre Fugenmörtel liegen um 1,6 kg/dm³, Epoxidharz etwas höher.
Verbrauchstabelle nach Format
Richtwerte bei 8 mm Fugentiefe und Dichte 1,6 kg/dm³:
| Format | Fuge 2 mm | Fuge 3 mm | Fuge 5 mm |
|---|---|---|---|
| 10 × 10 cm | 0,51 kg/m² | 0,77 kg/m² | 1,28 kg/m² |
| 20 × 20 cm | 0,26 kg/m² | 0,38 kg/m² | 0,64 kg/m² |
| 30 × 60 cm | 0,13 kg/m² | 0,19 kg/m² | 0,32 kg/m² |
| 60 × 60 cm | 0,09 kg/m² | 0,13 kg/m² | 0,21 kg/m² |
| 60 × 120 cm | 0,06 kg/m² | 0,10 kg/m² | 0,16 kg/m² |
Mosaik verbraucht ein Vielfaches: 2,5 × 2,5 cm mit 2 mm Fuge liegen bei rund 2 kg/m².
Welche Fugenbreite für welche Fliese?
Eine Fuge gleicht Maßtoleranzen der Fliesen aus, nimmt Bewegungen auf und lässt sich reinigen. Fugenlos verlegen ist deshalb keine gute Idee – auch nicht bei kalibrierten Fliesen.
| Fliese / Bereich | Übliche Fugenbreite |
|---|---|
| Wandfliesen, Steingut | 2–3 mm |
| Bodenfliesen bis 60 cm | 3–5 mm |
| Rektifizierte Fliesen (exakt geschliffene Kanten) | 2–3 mm |
| Großformat ab 60 × 120 cm | mindestens 3 mm |
| Naturstein, Cotto, rustikale Fliesen | 5–10 mm |
| Außenbereich, Terrasse | mindestens 5 mm |
Maßgeblich sind die Angaben des Fliesenherstellers; die DIN 18157 (Dünnbettverfahren) beschreibt die fachgerechte Ausführung.
Verarbeitung in der Praxis
- Fugen erst füllen, wenn der Kleber ausgehärtet ist – meist nach 24 Stunden, Schnellkleber früher.
- Mit dem Gummi-Fugbrett diagonal zur Fuge einarbeiten, dann mit einem feuchten Schwammbrett abwaschen.
- Nicht mehr anrühren, als du in 30–45 Minuten verarbeitest.
- Ecken und Anschlüsse an Wanne oder Dusche nicht verfugen, sondern mit Silikon elastisch schließen.
- Fugenfarbe einmal an einer Restfliese testen – nass wirkt sie dunkler als getrocknet.
Welcher Fugenmörtel für welchen Bereich?
| Fugenmörtel | Einsatz | Besonderheit |
|---|---|---|
| Zementär, Standard | Wand innen, trockene Bereiche | günstig, einfach zu verarbeiten |
| Zementär, flexibel (CG2) | Boden, Fußbodenheizung, Bad, außen | wasserabweisend, weniger rissanfällig |
| Epoxidharz (RG) | Dusche, Küche, Gewerbe | sehr dicht und fleckresistent, anspruchsvoll zu verarbeiten |
Für die Mengenberechnung ändert sich nur die Dichte: Epoxidharzfugen sind etwas schwerer, das Datenblatt nennt den genauen Wert.
Rechenbeispiel: Mosaik gegen Großformat
Dieselbe Fläche von 5 m², Fuge 2 mm breit und 6 mm tief, Dichte 1,6:
- Mosaik 2,5 × 2,5 cm: (25 + 25) ÷ (25 × 25) × 2 × 6 × 1,6 = 1,54 kg/m² → 7,7 kg
- Großformat 60 × 120 cm: (600 + 1200) ÷ (600 × 1200) × 2 × 6 × 1,6 = 0,05 kg/m² → 0,24 kg
Mosaik braucht hier gut 30-mal so viel Fugenmörtel – deshalb lohnt sich die Formel statt einer Pauschale.
Fugenmörtel automatisch mitrechnen
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Im App Store ladenHäufige Fragen
Wie viel Fugenmörtel pro m²?
Je nach Format und Fuge 0,1–1,5 kg/m². 30 × 60 cm mit 3 mm Fuge: rund 0,2 kg/m²; kleine 10 × 10 cm Fliesen: rund 0,8 kg/m².
Welche Fugenbreite ist üblich?
An der Wand 2–3 mm, am Boden 3–5 mm, bei Großformaten mindestens 3 mm, draußen mindestens 5 mm.
Wie tief ist eine Fuge?
Etwa Fliesendicke minus Kleberbett – meist 6–10 mm. Für die Rechnung reicht die Fliesendicke als Näherung.
Kann man Fliesen ohne Fuge verlegen?
Nein. Fliesen haben Maßtoleranzen und bewegen sich mit dem Untergrund. Ohne Fuge drohen Abplatzungen und Risse.
Wie lange muss der Fliesenkleber vor dem Verfugen trocknen?
In der Regel 24 Stunden, bei Schnellklebern laut Hersteller schon nach wenigen Stunden.